Das Wichtigste: Ein normaler Reservekanister ist nicht automatisch als externer Kraftstofftank für einen Außenborder geeignet. Für den laufenden Motor nur Tanks, Leitungen und Anschlüsse verwenden, die der Motor- bzw. Tankhersteller dafür vorsieht.

Reservekanister oder tragbarer Außenbordertank?

BehälterAufgabeWorauf achten?
ReservekanisterKraftstoff transportieren und später umfüllenKennzeichnung, Dichtheit, Sicherung, passender Ausgießer
Tragbarer MotortankAußenborder über Kraftstoffleitung versorgenHerstellerfreigabe, Tankentlüftung, Leitung, Kupplung und sichere Befestigung

Mercury beschreibt für seine tragbaren Außenbordertanks eine eigene Konstruktion mit Tankanschluss und Kraftstoffventil. Yamaha weist in seinen Außenborder-Handbüchern beim Aufbewahren und Umfüllen von Benzin ausdrücklich auf dafür zugelassene Benzinbehälter hin. Das zeigt den Unterschied: Der Reservekanister ist Vorrat und Transportbehälter; der Motortank ist Teil des Kraftstoffsystems.

Den Kanister an Bord sichern

Ein Kanister darf bei Wellen, Bremsmanövern oder Trailertransport nicht frei rutschen. Er sollte aufrecht stehen, gegen Kippen gesichert sein und nicht dort liegen, wo er Fluchtwege, Bedienung oder bewegliche Teile behindert. Bei einer festen Außenhalterung müssen Halterung und Kanister exakt zusammenpassen.

Hitze, Zündquellen und Dämpfe ernst nehmen

Benzindämpfe sind entzündlich. Yamaha nennt Rauchen, offene Flammen, Funken und statische Entladung als zu vermeidende Zündquellen und warnt vor Überfüllung, weil sich Kraftstoff bei Erwärmung ausdehnen kann. Verschütteten Kraftstoff sofort aufnehmen und die Herstelleranleitung des Motors beachten.

Vor der Fahrt und vor dem Winter

  • Kanister, Verschluss und Dichtung auf Schäden prüfen.
  • Reservekanister und Motortank eindeutig unterscheiden.
  • Kraftstoffleitung und Steckkupplungen nach Motorhandbuch kontrollieren.
  • Bei Trailertransport die Hinweise des Außenborderherstellers beachten.
  • Hafen-, Revier- und Fährregeln vor der Reise gesondert prüfen.

Welche Größe ist sinnvoll?

Auf kleinen Booten ist Stauraum knapp und jedes zusätzliche Kilogramm muss sicher untergebracht werden. Eine kleinere Reserve, die sich wirklich befestigen und kontrolliert ausgießen lässt, ist häufig praktischer als ein großer Kanister ohne geeigneten Platz. Die benötigte Reserve hängt von Verbrauch, Strecke, Wetterreserve und Tankmöglichkeiten ab.

Keine pauschale Bordregel: Die konkrete Zulässigkeit von Tank, Kanister, Kraftstoffleitung und Einbau hängt von Boot, Motor, Revier und Betreiberregeln ab. Diese Seite ersetzt nicht das Handbuch des Bootes oder Außenborders.

Quellen zu diesem Beitrag

Für die Angaben in diesem Beitrag wurden die folgenden Stellen und Unterlagen herangezogen. Bei Änderungen gilt die jeweils aktuelle Fassung der Originalquelle.

  1. Yamaha Außenborder – Bedienungsanleitung mit Hinweisen zu Kraftstoff und tragbaren BehälternYamaha Motor EuropeUmgang mit Benzin, zugelassene tragbare Benzinbehälter, Überfüllung, Zündquellen und Belüftung
  2. Portable Marine Fuel Tank – Produkt- und AnwendungshinweiseMercury Marine / QuicksilverAbgrenzung eines für Außenborder vorgesehenen tragbaren Kraftstofftanks von einem normalen Reservekanister
  3. Preparing a portable outboard for transportMercury MarineKraftstoffleitung trennen, Tankentlüftung schließen und Außenborder für den Transport vorbereiten
  4. Kraftstoff im Reservekanister: Was ist erlaubt?ADACTransportmengen, Kennzeichnung, Sicherung im Fahrzeug, Ausland und Fähren