Kurz erklärt: Permeation ist das langsame Durchwandern flüchtiger Stoffe durch die Wand eines Kunststoffbehälters.

Wie die Wand durchlässig sein kann, ohne undicht zu sein

Polyethylen ist flüssigkeitsdicht, für einzelne Moleküle flüchtiger Stoffe aber nicht völlig undurchlässig. Über Wochen und Monate wandern sie durch die Wand nach außen. Der Mengenverlust ist gering, wahrnehmbar ist vor allem der Geruch in einem geschlossenen Raum.

Die Industrie begegnet dem mit zwei Wegen: einer Fluorierung, bei der die Oberfläche mit einem Fluorgemisch behandelt und dadurch zur Sperrschicht wird, oder einer eingebauten Barriereschicht im Wandaufbau. Beides ist bei Behältern für Lösemittel und Kraftstoffe üblich.

Was daraus für den eigenen Vorrat folgt

Wenn es im Keller oder in der Garage nach Kraftstoff riecht, ist das nicht zwangsläufig eine undichte Dichtung. Ein belüfteter Lagerort löst das Problem, ein Wohnraum als Lagerort verschärft es. Ein Stahlkanister kennt Permeation nicht, dafür rostet er.

Beim Kauf lohnt der Blick in die Herstellerangaben: Ob der Behälter fluoriert oder mit Barriere ausgeführt ist, steht dort und ist ein sachlicher Unterschied zwischen zwei sonst ähnlich aussehenden Kanistern.

Quellen zu diesem Beitrag

Für die Angaben in diesem Beitrag wurden die folgenden Stellen und Unterlagen herangezogen. Bei Änderungen gilt die jeweils aktuelle Fassung der Originalquelle.

  1. Flaschen und Kanister mit BarriereeigenschaftenMENKE IndustrieverpackungenFluorierung und eingebaute Barriereschichten gegen die Permeation flüchtiger Stoffe durch die Behälterwand
  2. Barriere-FluorierungFluor Technik System GmbHWirkungsweise der Fluorierung als Sperrschicht und Verringerung der Permeation bei Kraftstoffbehältern
  3. Wie lange dürfen Reservekanister genutzt und welche Mengen dürfen transportiert werden?KomNet NRW / Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-WestfalenPrivate Beförderung, Ladungssicherung und Einordnung der Fünfjahresfrist für Kunststoffverpackungen