Kurz erklärt: Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der ein Stoff genug Dampf abgibt, um sich an einer Zündquelle entzünden zu lassen.

Der Unterschied zwischen den beiden Kraftstoffen

Ottokraftstoff hat einen Flammpunkt weit unter dem Gefrierpunkt. Über der Flüssigkeit steht deshalb bei jeder üblichen Außentemperatur ein zündfähiges Dampf-Luft-Gemisch, im Kanister ebenso wie beim Umfüllen. Dieselkraftstoff liegt darüber, in der Größenordnung von etwa 55 Grad Celsius, und lässt sich bei Zimmertemperatur mit einem Streichholz nicht entzünden.

Vom Flammpunkt zu unterscheiden ist die Zündtemperatur, bei der es keine Zündquelle mehr braucht. Beide Werte stehen in den Stoffdatenblättern der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Was daraus für den Kanister folgt

Gefährlich ist der Dampf, nicht die Flüssigkeit. Ein dicht verschlossener Kanister hält ihn zurück, ein gealterter Dichtring nicht mehr zuverlässig. Deshalb gehört Ottokraftstoff weder in den Wohnbereich noch in den heißen Innenraum eines Fahrzeugs.

Beim Umfüllen bedeutet derselbe Kennwert: im Freien arbeiten, Zündquellen fernhalten, nicht rauchen, und den Behälter nach dem Befüllen sofort wieder dicht verschließen. Bei Diesel ist das Risiko geringer, die Sorgfalt beim Verschluss bleibt gleich.

Quellen zu diesem Beitrag

Für die Angaben in diesem Beitrag wurden die folgenden Stellen und Unterlagen herangezogen. Bei Änderungen gilt die jeweils aktuelle Fassung der Originalquelle.

  1. GESTIS-Stoffdatenbank: OttokraftstoffInstitut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)UN-Nummer, Flammpunkt, Zündtemperatur, Dampfdruck und Explosionsdaten von Ottokraftstoff
  2. GESTIS-Stoffdatenbank: DieselkraftstoffInstitut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)UN-Nummer, Flammpunkt, Zündtemperatur und Explosionsdaten von Dieselkraftstoff
  3. Vorsicht vor Hitze im AutoADACMessungen zur starken Aufheizung geparkter Fahrzeuge bei Sonneneinstrahlung