Warum Diesel bei Kälte anders reagiert
Dieselkraftstoff enthält Paraffinbestandteile, die bei niedrigen Temperaturen Kristalle bilden können. Kritisch wird nicht das „Gefrieren“ wie bei Wasser, sondern die Filtergängigkeit: Ausflockungen können den Kraftstofffilter zusetzen und damit die Versorgung des Motors unterbrechen.
Der ADAC beschreibt für Deutschland eine Winterqualität, die von Mitte November bis Ende Februar an den Tankstellen angeboten wird und den Betrieb bis etwa minus 20 Grad ermöglichen soll. Eine Garantie für jeden Frost ist das nicht: Erste Paraffinpartikel bilden sich laut ADAC auch im Winterdiesel schon ab etwa minus sieben Grad. Die 10. BImSchV schreibt für B7-Diesel die DIN EN 590 vor.
Der Füllzeitpunkt des Kanisters ist entscheidend
Wer einen Reservekanister im August befüllt und erst im Januar benötigt, hat nicht automatisch dieselbe Kältereserve wie mit frisch getanktem Winterdiesel. Genau deshalb rät der ADAC davon ab, Kraftstoff aus Vorratsbehältern zu verwenden, wenn über dessen Kältetauglichkeit nichts bekannt ist.
- Füllzeitpunkt und Kraftstoffsorte nachvollziehbar halten.
- Unbekannten Altvorrat nicht als sichere Winterreserve einplanen.
- Sommer- und Wintervorräte nicht gedankenlos vermischen.
- Vor einer Winterreise aktuelle Temperaturen und Einsatzgebiet berücksichtigen.
Was auf der Zapfsäule steht
Die 10. BImSchV führt klassischen Dieselkraftstoff als Qualität B7; an der Säule heißt er schlicht „Diesel“. Daneben können B10 und paraffinische Kraftstoffe wie XTL angeboten werden. Diese Kennzeichnung sagt etwas über die Kraftstoffqualität beziehungsweise Beimischung aus; sie ersetzt nicht die Freigabe des Fahrzeugs.
Benzin zumischen ist keine zeitgemäße Notlösung
Der früher bei älteren Dieselfahrzeugen bekannte Griff zum Benzin gehört bei modernen Einspritzsystemen nicht in die allgemeine Wintervorsorge. Der ADAC warnt vor kostspieligen Schäden. Ausnahmen sind nur dort denkbar, wo die konkrete Betriebsanleitung oder eine Herstellerfreigabe dies ausdrücklich vorsieht.
Auch Additive nur mit Freigabe
Fließverbesserer werden im Zubehörhandel angeboten, doch die Wirkung hängt vom Produkt, Kraftstoff und Zeitpunkt der Zugabe ab. Für die Praxis ist die einfachere Regel belastbarer: normgerechten, zur Jahreszeit passenden Kraftstoff tanken und Additive nur einsetzen, wenn der Fahrzeughersteller sie freigibt.
Häufige Fragen
Wird Sommerdiesel im Kanister automatisch zu Winterdiesel?
Nein. Die Kälteeigenschaften werden bei Herstellung und Vermarktung des Kraftstoffs festgelegt. Ein im Sommer befüllter Vorrat verändert sich nicht allein dadurch, dass Winter wird.
Kann man Benzin in Diesel mischen, damit er bei Kälte flüssiger bleibt?
Bei modernen Dieselfahrzeugen ist davon abzuraten. Der ADAC warnt ausdrücklich vor dem Zumischen von Benzin; maßgeblich bleibt die Freigabe des Fahrzeugherstellers.
Sind Fließverbesserer eine sichere Lösung?
Nur wenn der Fahrzeug- oder Kraftstoffhersteller ihre Verwendung ausdrücklich zulässt. Ein Additiv ersetzt keine bekannte, zur Temperatur passende Kraftstoffqualität.
Quellen zu diesem Beitrag
Für die Angaben in diesem Beitrag wurden die folgenden Stellen und Unterlagen herangezogen. Bei Änderungen gilt die jeweils aktuelle Fassung der Originalquelle.
- Winterdiesel: Wann gefriert Diesel? Und was ist dann zu tun?ADACWinterdiesel in Deutschland, Kältetauglichkeit, Sommerdiesel-Restmengen, Additive und Vorratsbehälter
- § 4 10. BImSchV – Anforderungen an Diesel B7, B10 und XTLBundesministerium der Justiz / Gesetze im InternetNormbezug für B7, B10 und paraffinischen Dieselkraftstoff XTL in Deutschland
- § 13 10. BImSchV – Auszeichnung von KraftstoffenBundesministerium der Justiz / Gesetze im InternetKennzeichnungen E5, E10, B7, B10 und XTL sowie Hinweise zur Fahrzeugverträglichkeit
- Kraftstoff im Reservekanister: Was ist erlaubt?ADACTransportmengen, Kennzeichnung, Sicherung im Fahrzeug, Ausland und Fähren